Landesoffene Crosslaufserie 2012/2013

„Pünktlich zum Start um 13 Uhr hat sich die Sonne gemeldet“, vermeldete Hermann-Josef Dahmen, der Vorsitzende der TG Trossingen. Der Verein war in diesem Jahr zum achten Mal Veranstalter für einen Lauf der landesoffenen Crossserie Zollern-Schwarzwald.

Zum ersten Mal allerdings wurde in Trossingen der vierte und letzte und somit auch spannendste Lauf ausgetragen. Trotz Sonne war es kalt, aber trocken. Für Emil Letzkuss, Streckensprecher und Organisator, war dies  „ein Traumwetter“. Schaute man sich im Lager der Läufer um, stockte so manchem der Atem: kurze Hose, Handschuhe,  Kopf  und Gesicht teilweise eingemummt wie ein Scheich, ging es auf die Strecke, die am Morgen unter der Regie von Klaus Neipp, Uwe Frankenstein und Timo Schock, drei eingefleischten TG-Trossingen Läufern, präpariert wurde. Neipp musste sich noch etwas „warm flitzen“, denn der Start sei erfahrungsgemäß superschnell. Klaus Neipp war ebenso wie seine Partnerin Heidi Rißler ein „Serienläufer“. „Heidi ist heute auf den Gesamtsieg in ihrer Altersklasse aus“. Vor heimischer Kulisse belegte sie Platz zwei, dennoch reichte die Zeit von 42,26 Minuten, um die Gesamtwertung zu gewinnen.

Wenn es aber starke Läufer wie Klaus Neipp  mit Männern wie Benedikt Karus zu tun haben, dann gibt es keine Chance, denn der eingemummte 23-jährige aus dem Nordschwarzwald überrundete schon in der dritten Runden den letzten Läufer und war nach unglaublichen 27 Minuten und 27  Sekunden. Der 46-jährige Musikstädtler Klaus Neipp erreichte die Ziellinie nach 32,20 Minuten und sicherte sich damit sowohl Platz vier seiner Altersklasse Senioren M45 in der Tages-  als  auch in der Gesamtwertung.

Nach dem Lauf in Unterkirnach habe er aufgeben wollen: „Es war so schwer“, sagt Richard Manuel. Er  deutet an den Kopf und meint, aber man entwickle sich wieder. Er machte die Veranstaltung zum Familienlauf, denn auch Sohn Stephen Manuel und Schwiegersohn Marlon Horvath folgen dem Startschuss. Schnell wurde klar: es wird nichts mit  „Altersbonus“, den Richard Manuel eingefordert hatte. Der lieferte sich zwei Runden lang ein Kopf-an-Kopf Rennen mit seinem 42-jährigen Sohn Stephen, während sich der 35-jährige Schwiegersohn rasch nach hinten fallen ließ. Nach 40,53 Minuten lief Richard Manuel freudestrahlend ins Ziel und hatte sich damit selbst das schönste Geschenk zu seinem 65. Geburtstag gemacht, den er am Samstag feierte,  nämlich den Sieg in der  Klasse Senioren M65 und gleichzeitig den zweiten Platz im Gesamtklassement.  Sohn Stephen folgt seinem sportlichen Vater nach 41:34 Minuten, Schwiegersohn Marlon nach 45:52 Minuten. Hinter der Ziellinie lagen sich alle mit Frau, Mutter und Schwiegermutter June in den Armen.

Doch auch die „ganz jungen Wilden“, rannten, was das Zeug hielt. Schließlich wollte jeder  als erster im Ziel sein, oder zumindest einen der begehrten Podestplätze besteigen. Für manche jungen Läufer war das Ziel aber „dabei sein ist alles“, sich im sportlichen Wettbewerb messen, viel Spaß dabei haben und eine Urkunde und ein kleines Geschenk in Form eines Springseils bei der anschließenden Siegerehrung zu bekommen. Beflügelt haben nicht nur Kuhglockengeläut und Anfeuerungsrufe. Die Friedensschulklassenkameraden Paul Appenzeller und Max Braun hatten ein Plakat gebastelt mit der Aufschrift „Klasse 3a – ihr gewinnt; denkt an unsere Taktik; erst langsam und dann schnell“.

Das freute den TG-Vorsitzenden Hermann-Josef Dahmen insbesondere und zeigte, dass der Aufruf bei den Trossinger Schulen teilweise angekommen waren. Mehrere Friedens- und auch Löhrschüler waren ebenso wie die jungen Athleten der TG Trossingen sehr motiviert am Start. Jetzt gilt es für diese Läufer ein Jahr lang fleißig weiter zu trainieren, um beim nächsten Crosslauf, den die TG Trossingen am 25. Januar 2014 ausrichtet, einen der vorderen Plätze zu sichern.